Donnerstag, 26. Mai 2011

«Ich will nur schreiben. Schreiben und trinken» (Bukowski)

Ich hatte fest damit gerechnet. War mir so verdammt sicher. Alle Lichter waren grün. Weder Rot, noch Schwarz in Sicht. In den letzten Jahren habe ich festgestellt, dass ich Realist bin. Natürlich entschwinde auch ich gerne in Traumwelten und male mir meine dortige Welt mit rosaner Farbe und Glitzer aus. Auch Einhörner zieren diese Welt, in der jeder zufrieden ist, in sich ruht und sich wohl fühlt. Aber dies ist eben nur eine Traumwelt, aus der einen die beschissene Realität eh ganz schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück holt. Und zwar so hart, dass man meist mitten auf der Fresse landet und eine blutige Nase davonträgt, die eine 10er Packung jungfräulicher Taschentücher flugs tiefrot einfärbt.

War ich zu optimistisch? Ich denke nicht. Ich wurde in dem Glauben gelassen, eine ernsthafte Chance zu haben und mich beweisen zu können. Aber soweit kam es jetzt nicht einmal. Wegen personeller Umstruktierung. Drauf geschissen! Ich fühle mich unfair behandelt. Zu Recht. Jetzt hänge ich wieder in den Seilen, wie ein Hochseilartist oder Hochseilauthist, der die Balance verloren hat und dem der schmerzhafte Aufprall auf den Asphalt droht.

Die Zeit rinnt und nimmt keine Rücksicht auf Leute, die den Anschlusszug verpassen - so wie ich. Den Anschlusszug in Richtung Festes Standbein, Kreis Zukunft. Aber verpasse ich ihn wirklich? Oder gibt mir nur die Gesellschaft, die einen irgendwie (wenn auch oft unterbewusst) unter Druck setzt, dieses Gefühl? Oder meine Eltern, die Erwartungen an mich stellen? Oder gar ich selbst, weil ich niemanden enttäuschen möchte?

Natürlich will ich etwas erreichen. Und ich bin mir sicher, dass ich das tun werde. Aber mein Weg zum Ziel wird kein perfekter Catwalk-Lauf sein. Ich werde auch in Zukunft wieder umknicken und sogar hinfallen. Aber solange ich noch die Motivation besitze aufzustehen, weil ich weiß, dass nach dem Catwalk im Backstagebereich, ein fettes Buffet auf mich wartet, werde ich weitermachen.

Ich weiß, was ich will. Genau das, was Bukowski wollte: Schreiben. Schreiben und trinken. Er zog es durch. Und ich werde es ihm gleich tun. Mit allen mir gegebenen Mitteln. Wobei ich dann schon etwas mehr Anspruch an meine Zukunft stelle: Essen, Geld, Liebe und Sex will ich obendrein.

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